Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2026

Sparplan-Rechner 2026

Sparrate oder Endkapital berechnen: Wie dein Geld mit Zinseszins wächst – mit Ziel-Modus, exakter Monatszins-Umrechnung und Steuer-Option.

Erstellt von Dr. Sarah Hoffmann

Basierend auf 4 Quellen

Der Sparplan-Rechner berechnet, wie dein Vermögen wächst, wenn du jeden Monat einen festen Betrag sparst – mit Zinseszins, optionalem Startkapital und auf Wunsch mit Steuer. Du siehst sofort das Endkapital, deine gesamten Einzahlungen und den Zinsertrag getrennt voneinander. Im Ziel-Modus dreht der Rechner die Frage um: Du gibst dein Sparziel vor – etwa 100.000 Euro – und erfährst die dafür nötige monatliche Sparrate. Alle Formeln sind offengelegt, die Monatszins-Umrechnung ist exakt (nicht einfach Zinssatz durch 12), und die Steuer-Option rechnet mit den 2026er Werten: 26,375 Prozent Abgeltungsteuer inklusive Solidaritätszuschlag auf Zinserträge oberhalb deines Sparer-Pauschbetrags.

So verwendest du diesen Rechner

Gib zunächst deine Werte in die Felder Berechnungsmodus, Startkapital (Einmalanlage zu Beginn), Monatliche Sparrate, Dein Sparziel (Endkapital), Zinssatz / Rendite pro Jahr, Anlagedauer in Jahren, Steuern berücksichtigen, Verfügbarer Sparer-Pauschbetrag ein. Prüfe Einheiten und Zahlenformat im deutschen Stil. Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert und kann zusätzlich über die Schaltfläche berechnet werden. Nutze die Ausgabe als Orientierung und vergleiche sie bei Bedarf mit weiteren Quellen.

So funktioniert der Sparplan-Rechner

Der Sparplan-Rechner beantwortet zwei Fragen: Entweder gibst du Sparrate, Zins und Laufzeit ein und erhältst das Endkapital – oder du gibst im Ziel-Modus dein Sparziel vor und der Rechner nennt dir die dafür nötige monatliche Sparrate. In beiden Fällen siehst du zusätzlich, wie viel du selbst eingezahlt hast und wie viel der Zinseszinseffekt beigesteuert hat.

So gehst du vor:

  1. Wähle im Feld Berechnungsmodus zwischen „Endkapital berechnen" und „Sparrate für Sparziel berechnen (Ziel-Modus)".
  2. Trage im Feld Startkapital (Einmalanlage zu Beginn) einen Einmalbetrag ein, falls du bereits Erspartes mitbringst – sonst bleibt der Wert bei 0 Euro.
  3. Gib die Monatliche Sparrate ein (nur im Endkapital-Modus sichtbar) – oder im Ziel-Modus dein Wunschvermögen im Feld Dein Sparziel (Endkapital).
  4. Stelle den Zinssatz / Rendite pro Jahr ein: den Sparzins beim Tages- oder Festgeld, eine angenommene Durchschnittsrendite bei ETF- oder Fondssparplänen.
  5. Lege die Anlagedauer in Jahren fest.
  6. Aktiviere optional Steuern berücksichtigen und trage deinen noch verfügbaren Verfügbarer Sparer-Pauschbetrag ein – der Rechner zieht dann 26,375 Prozent Abgeltungsteuer inklusive Solidaritätszuschlag von den Zinserträgen oberhalb des Pauschbetrags ab.

Durchgerechnetes Beispiel: 34-jährige Angestellte aus Hamburg

Eine 34-jährige Angestellte spart monatlich 200 Euro, rechnet mit 5 Prozent Rendite pro Jahr und lässt den Plan 10 Jahre laufen. Startkapital: 0 Euro.

Der Rechner rechnet so (alle Werte mit der offengelegten Formel nachvollziehbar):

  • Sparmonate: 120; Monatszins exakt: (1,05)^(1/12) − 1 = 0,4074 Prozent
  • Endkapital: 30.872,63 Euro
  • Einzahlungen gesamt: 24.000,00 Euro
  • Zinsertrag: 6.872,63 Euro – das sind 22,3 Prozent des Endkapitals

Fast ein Viertel des Vermögens stammt also aus Zinsen, obwohl „nur" 5 Prozent Rendite angenommen wurden. Das ist der Zinseszinseffekt: Zinsen erwirtschaften selbst wieder Zinsen.

Wie viel Geld habe ich nach 10, 20 oder 30 Jahren?

Bei 200 Euro monatlich, 5 Prozent Rendite pro Jahr und ohne Startkapital ergibt der Rechner:

LaufzeitEndkapitalEingezahltDavon ZinsenZinsanteil
10 Jahre30.872,63 €24.000 €6.872,63 €22,3 %
20 Jahre81.160,90 €48.000 €33.160,90 €40,9 %
30 Jahre163.075,18 €72.000 €91.075,18 €55,8 %

Die entscheidende Beobachtung: Nach 30 Jahren stammen 91.075,18 Euro – mehr als die gesamten eigenen Einzahlungen von 72.000 Euro – aus dem Zinseszinseffekt. Der größte Hebel beim Sparplan ist deshalb die Zeit, nicht die Sparrate. Wer zehn Jahre früher anfängt, muss für dasselbe Ziel deutlich weniger im Monat zurücklegen.

Zum Vergleich die Zinssensitivität bei 200 Euro monatlich über 10 Jahre: Bei 3 Prozent Rendite pro Jahr kommen 27.889,60 Euro heraus, bei 7 Prozent sind es 34.210,35 Euro. Vier Prozentpunkte Renditeunterschied bedeuten hier also über 6.300 Euro Differenz im Endkapital – ein Grund mehr, die Renditeannahme ehrlich zu wählen und nicht zu schönen.

Wer statt eines monatlichen Sparplans eine reine Einmalanlage ohne laufende Sparrate durchrechnen will, ist beim Zinseszins-Rechner richtig. Für den Notgroschen mit variablem Zins und täglicher Verfügbarkeit gibt es den Tagesgeld-Zins-Rechner.

Welche monatliche Sparrate brauche ich für 100.000 Euro?

Im Ziel-Modus gibst du das Sparziel vor. Beispiel: 100.000 Euro in 15 Jahren bei 6 Prozent Rendite pro Jahr, ohne Startkapital. Antwort des Rechners: 348,54 Euro im Monat. Davon zahlst du selbst 62.737,03 Euro ein, 37.262,97 Euro (37,3 Prozent) steuert der Zinseszinseffekt bei.

Bringst du 20.000 Euro Startkapital mit, sinkt die nötige Sparrate auf 181,48 Euro im Monat – das Startkapital arbeitet 15 Jahre mit und wächst allein auf 47.931,16 Euro an. Ein vorhandenes Polster halbiert hier also fast die monatliche Belastung.

Für die Planung der Altersvorsorge ergänzt der Rentenlücken-Rechner diese Rechnung um die gesetzliche Rente. Wer staatlich gefördert vorsorgen will, vergleicht zusätzlich mit dem Riester-Rechner.

Wie wirken sich Steuern auf meinen Sparplan aus?

Kurzantwort: Auf Zinserträge oberhalb deines Sparer-Pauschbetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag an – effektiv 26,375 Prozent (Stand 2026). Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 Euro pro Person bzw. 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung (§ 20 Abs. 9 EStG) und gilt nur, wenn du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag eingerichtet hast.

Durchgerechnet am Beispiel von oben (200 Euro monatlich, 5 Prozent, 10 Jahre, 1.000 Euro Pauschbetrag):

  • Zinsertrag: 6.872,63 Euro
  • Abzüglich Pauschbetrag: 5.872,63 Euro steuerpflichtig
  • Steuer: 5.872,63 × 26,375 % = 1.548,91 Euro
  • Endkapital nach Steuer: 29.323,73 Euro

Zwei Ehrlichkeiten dazu: Erstens bildet das Steuer-Modul eine Vereinfachung ab – Kirchensteuer (8 bzw. 9 Prozent) und die ETF-Teilfreistellung von 30 Prozent sind nicht enthalten. Zweitens verfällt der nicht genutzte Pauschbetrag jedes Jahr am 31. Dezember; verteile Freistellungsaufträge deshalb rechtzeitig auf deine Banken. Die Details zur Kapitalertragsteuer erklärt der Abgeltungsteuer-Rechner. Wer langfristig mit Steuervorteilen vorsorgen will, findet im Rechner zur privaten Rentenversicherung die geförderte Alternative.

Formel

Monatszins m        = (1 + Zinssatz)^(1/12) − 1        (exakte Umrechnung)
Aufzinsungsfaktor   = (1 + m)^(12 × Laufzeit)
Rentenfaktor        = ((1 + m)^(12 × Laufzeit) − 1) / m   (bei 0 % Zins: 12 × Laufzeit)

Endkapital          = Startkapital × Aufzinsungsfaktor + Sparrate × Rentenfaktor
Einzahlungen        = Startkapital + Sparrate × 12 × Laufzeit
Zinsertrag          = Endkapital − Einzahlungen

Ziel-Modus:  Sparrate = (Zielkapital − Startkapital × Aufzinsungsfaktor) / Rentenfaktor
Steuer (optional):  Steuer = max(0, Zinsertrag − Pauschbetrag) × 26,375 %

Die Variablen: Zinssatz als Dezimalzahl (5 % = 0,05), Laufzeit in Jahren, alle Euro-Beträge als Zahlen. Der Rentenfaktor ist die Rentenendwertformel – er summiert die aufgezinsten Monatsraten über die gesamte Laufzeit.

Ein Detail, das die wenigsten Rechner offenlegen: Viele einfache Sparplanrechner teilen den Jahreszins nur durch 12 (0,05/12 = 0,4167 Prozent pro Monat) statt exakt umzurechnen (0,4074 Prozent). Das überschätzt das Ergebnis leicht – bei 200 Euro monatlich, 5 Prozent und 10 Jahren sind es 31.056,46 Euro statt korrekter 30.872,63 Euro, also rund 184 Euro zu viel. Dieser Rechner nutzt bewusst die exakte Umrechnung.

So ist dieser Rechner entstanden

Dieser Rechner ist entstanden, weil die meisten kostenlosen Sparplanrechner nur in eine Richtung rechnen und die Steuer komplett ausblenden. Er kombiniert deshalb den Ziel-Modus (benötigte Sparrate für ein Sparziel) mit einer exakten Monatszins-Umrechnung und einer optionalen Steuerberechnung auf Basis der 2026er Werte – inklusive aller Zwischenschritte, damit jede Zahl nachvollziehbar bleibt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zum Zinseszins-Rechner?

Der Zinseszins-Rechner bildet eine einmalige Geldanlage ab, die über Jahre wächst – ohne laufende Einzahlungen. Der Sparplan-Rechner rechnet dagegen mit einer monatlichen Sparrate, optional plus Startkapital, und kennt zusätzlich den Ziel-Modus (Sparrate für ein Sparziel) sowie die Steuer-Option. Faustregel: Einmalbetrag → Zinseszins-Rechner, monatliches Sparen → Sparplan-Rechner.

Wie berechne ich die Sparrate für 50.000 Euro in 10 Jahren bei 4 Prozent? (durchgerechnet)

Im Ziel-Modus: Sparziel 50.000 Euro, Zinssatz 4 Prozent, Laufzeit 10 Jahre, kein Startkapital. Der Monatszins beträgt (1,04)^(1/12) − 1 = 0,3274 Prozent, der Rentenfaktor 146,6959. Benötigte Sparrate: 50.000 / 146,6959 = 340,84 Euro im Monat. Davon zahlst du 40.900,93 Euro selbst ein, 9.099,07 Euro kommen aus Zinsen.

Was bringt ein Startkapital von 10.000 Euro? (durchgerechnet)

Viel: Bei 100 Euro monatlich, 3 Prozent und 20 Jahren wächst ein Startkapital von 10.000 Euro allein auf 18.061,11 Euro an. Zusammen mit den Sparraten (32.685,44 Euro Endwert) ergibt das 50.746,56 Euro Endkapital – gegenüber 32.685,44 Euro ohne Startkapital. Das Polster steuert also 18.061,11 Euro bei, ohne dass du einen Euro mehr im Monat sparst.

Monatlich oder jährlich einzahlen – was ist besser? (durchgerechnet)

Bei gleicher Jahressumme ist die frühere Einzahlung leicht im Vorteil, weil das Geld länger arbeitet. Beispiel bei 5 Prozent über 10 Jahre: 200 Euro monatlich ergeben 30.872,63 Euro. 2.400 Euro jeweils zu Jahresbeginn ergeben 31.696,29 Euro – also 823,66 Euro mehr. In der Praxis schlägt Bequemlichkeit (Dauerauftrag) den kleinen Zinsvorteil der Jahreseinzahlung fast immer.

Werden die Zinsen automatisch wieder angelegt?

Ja. Der Rechner geht von thesaurierenden Zinsen aus – Erträge werden also monatlich wieder angelegt und verzinsen sich weiter (Zinseszinseffekt). Eine ausschüttende Anlage, bei der du dir die Zinsen jährlich auszahlen lässt, wächst langsamer; dieser Fall ist nicht abgebildet.

Zählt der Sparer-Pauschbetrag pro Bank oder pro Person?

Pro Person: 1.000 Euro im Jahr 2026 (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung, § 20 Abs. 9 EStG). Du kannst ihn per Freistellungsaufträgen auf mehrere Banken aufteilen, die Summe darf den Pauschbetrag aber nicht übersteigen. Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank ab dem ersten Euro 26,375 Prozent ab; zu viel gezahlte Steuer holst du über die Anlage KAP der Steuererklärung zurück. Nicht genutzte Beträge verfallen am 31. Dezember.

Kann ich den Rechner für einen ETF-Sparplan nutzen?

Ja – trage als Zinssatz deine angenommene Durchschnittsrendite ein, z. B. 7 Prozent für einen breit gestreuten Aktien-ETF. Zwei Einschränkungen: Reale Märkte schwanken stark um den Durchschnitt, das Ergebnis ist also eine Modellrechnung, keine Prognose. Und das Steuer-Modul enthält nicht die ETF-Teilfreistellung von 30 Prozent – es rechnet mit den vollen 26,375 Prozent auf die Erträge oberhalb deines Pauschbetrags.

Quellen

Erstellt von

Dr. Sarah Hoffmann
Dr. Sarah Hoffmann

Dr. rer. nat. Ernährungswissenschaften, Universität Hohenheim

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