Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Zinseszinsrechner
Zinseszins mit Sparplan berechnen – sieh, wie Anfangskapital, Zinssatz und Laufzeit dein Vermögen wachsen lassen.
Zinseszins ist der stärkste Verbündete beim Sparen: Einmal gutgeschriebene Zinsen werden selbst wieder verzinst, sodass dein Geld mit der Zeit immer schneller wächst. Dieser Zinseszinsrechner zeigt dir auf den Cent genau, was aus deinem Anfangskapital und einer monatlichen Sparrate bei einem gewählten Zinssatz über die Jahre wird. Du siehst Endkapital, eingezahlte Summe und den reinen Zinsertrag – kostenlos, ohne Anmeldung und mit sofortigem Ergebnis bei jeder Änderung.
So verwendest du diesen Rechner
Gib zunächst deine Werte in die Felder Anfangskapital, Monatliche Sparrate, Zinssatz (p. a.), Laufzeit, Zinsgutschrift ein. Prüfe Einheiten und Zahlenformat im deutschen Stil. Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert und kann zusätzlich über die Schaltfläche berechnet werden. Nutze die Ausgabe als Orientierung und vergleiche sie bei Bedarf mit weiteren Quellen.
So funktioniert der Zinseszinsrechner
- Trage im Feld Anfangskapital den Einmalbetrag ein, mit dem du startest — zum Beispiel 10.000 € aus einer Auszahlung oder Erbschaft.
- Gib im Feld Monatliche Sparrate an, was du regelmäßig dazulegst. Der Rechner geht von einer Einzahlung jeweils am Monatsanfang aus.
- Stelle im Feld Zinssatz (p. a.) den Nominalzins pro Jahr ein — also den Zins vor Steuern und Inflation.
- Wähle im Feld Laufzeit die Jahre, über die dein Geld arbeiten soll.
- Lege im Feld Zinsgutschrift fest, wie oft die Zinsen dem Anfangskapital gutgeschrieben werden: jährlich, halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich.
Durchgerechnetes Beispiel: Lena, 34, Angestellte aus Hamburg, legt 10.000 € an und spart zusätzlich 100 € im Monat. Sie rechnet mit 5 % Zinsen p. a., 10 Jahren Laufzeit und jährlicher Zinsgutschrift.
- Endkapital: 31.817,18 €
- Insgesamt eingezahlt: 10.000 € + 100 € × 120 Monate = 22.000,00 €
- Zinsertrag: 9.817,18 € — also fast 10.000 €, die allein die Zeit für sie verdient hat
Warum wächst Geld mit Zinseszins so schnell?
Weil Zinsen selbst wieder Zinsen abwerfen. Im ersten Jahr bringen 10.000 € bei 5 % genau 500 €. Im zweiten Jahr werden aber bereits 10.500 € verzinst — also 525 €. Der Unterschied wirkt klein, aber er wiederholt sich jedes Jahr und wird dabei immer größer. Genau das nennt man den Zinseszinseffekt.
Drei Dinge treiben ihn an:
- Zeit: Die Laufzeit ist der stärkste Hebel. Bei 5 % verdoppelt sich Geld roughly alle 14 Jahre — die zweite Verdopplung bringt absolut doppelt so viel wie die erste.
- Zinssatz: Schon ein Prozentpunkt mehr verändert das Ergebnis über Jahrzehnte dramatisch.
- Regelmäßigkeit: Monatliche Einzahlungen nutzen den Effekt von Anfang an, weil jede Rate sofort mitverzinst wird.
Umgekehrt frisst derselbe Effekt bei Schulden: Ein Dispokredit mit 12 % wächst nach derselben Mathematik — nur gegen dich.
Lohnt sich eine höhere Sparrate oder ein höherer Zins mehr?
Beides hilft, aber auf unterschiedliche Weise. Ein Rechenbeispiel ohne Startkapital, 5 % Zins, 10 Jahre, monatliche Gutschrift:
- Bei 100 € Sparrate im Monat: Endkapital 15.528,23 €, davon 3.528,23 € Zinsertrag
- Bei 150 € Sparrate im Monat: Endkapital 23.292,34 €, davon 5.292,34 € Zinsertrag
50 € mehr im Monat bedeuten also 7.764,11 € mehr Endkapital — davon 1.764,11 € allein durch zusätzliche Zinsen. Die Sparrate bestimmst du selbst und sofort; der Zinssatz hängt vom Markt und deinem Risiko ab. In der Praxis schlägt deshalb meist die höhere Sparrate: Sie ist garantiert, während ein Prozent mehr Rendite niemand versprechen kann. Wer beides kombiniert — diszipliniert sparen und das Geld sinnvoll anlegen — nutzt den Zinseszins voll aus.
Formel
Der Rechner arbeitet mit zwei getrennten Bausteinen:
Endkapital = K₀ · (1 + p/m)^(m·n) + R · (((1 + p/12)^(12·n) − 1) / (p/12))
- K₀ = Anfangskapital, p = Zinssatz als Dezimalzahl (5 % → 0,05), m = Zinsgutschriften pro Jahr (1, 2, 4 oder 12), n = Laufzeit in Jahren, R = monatliche Sparrate
- Der erste Term verzinst das Anfangskapital mit dem gewählten Intervall, der zweite rechnet die Sparrate als vorschüssige Monatsrente
- Bei 0 % Zins entfällt die Division: Das Endkapital entspricht dann exakt der eingezahlten Summe
- Nicht enthalten: Abgeltungsteuer (25 % plus Solidaritätszuschlag), Inflation und Depotgebühren — das Ergebnis ist der Bruttowert vor Abzügen
So ist dieser Rechner entstanden
Dieser Rechner ist entstanden, weil Zinseszinsrechnungen im Kopf fast immer zu pessimistisch ausfallen — kaum jemand schätzt intuitiv, was 30 Jahre Sparplan wirklich bringen. Er rechnet deshalb bewusst mit zwei Bausteinen statt einer groben Faustformel, damit Einmalbetrag und Sparplan getrennt nachvollziehbar bleiben.
Häufig gestellte Fragen
Wie berechne ich den Zinseszins bei 5.000 € Startkapital, 200 € Sparrate und 4 % über 20 Jahre?
Schritt für Schritt (monatliche Zinsgutschrift): 1) Anfangskapital wächst auf 5.000 € × (1 + 0,04/12)^240 ≈ 11.112,90 €. 2) Die Sparrate wächst als Monatsrente auf 200 € × (((1 + 0,04/12)^240 − 1) / (0,04/12)) ≈ 73.354,94 €. 3) Endkapital ≈ 84.467,84 €. Eingezahlt hast du 5.000 € + 48.000 € = 53.000 €, der Zinsertrag beträgt also rund 31.467,84 €. Im Rechner oben einfach die Werte eintragen — das Ergebnis erscheint sofort.
Was bringen 50 € mehr Sparrate im Monat?
Mehr, als man denkt. Bei 5 % Zins, 10 Jahren und ohne Startkapital: Mit 100 € Sparrate landest du bei 15.528,23 € (Zinsertrag 3.528,23 €), mit 150 € bei 23.292,34 € (Zinsertrag 5.292,34 €). Die 50 € extra im Monat bringen 7.764,11 € mehr Endkapital — davon 1.764,11 € allein durch zusätzliche Zinsen. Die Sparrate ist der Hebel, den du selbst in der Hand hast.
Was ist der Unterschied zwischen Zinseszins und einfachem Zins?
Beim einfachen Zins werden nur die ursprünglich angelegten 10.000 € verzinst — bei 5 % über 10 Jahre also jedes Jahr 500 €, insgesamt 5.000 € Zinsen. Mit Zinseszins werden auch die bereits gutgeschriebenen Zinsen wieder verzinst: Aus 10.000 € werden nach 10 Jahren 16.288,95 €, also 6.288,95 € Zinsertrag. Der Unterschied von fast 1.300 € entsteht allein dadurch, dass Zinsen weiterarbeiten dürfen.
Wie wirkt sich die Zinsgutschrift (jährlich vs. monatlich) aus?
Je öfter Zinsen gutgeschrieben werden, desto früher arbeiten sie mit. Bei 10.000 €, 5 % und 10 Jahren: jährliche Gutschrift → 16.288,95 €, monatliche Gutschrift → 16.470,09 €. Der Unterschied von rund 181 € kommt daher, dass monatlich gutgeschriebene Zinsen im selben Jahr noch weiterverzinst werden. In der Praxis ist der Effekt klein gegenüber Zinssatz und Laufzeit — aber er ist gratis, also nimm ihn mit.
Kann ich auch mit 0 % Zinsen rechnen?
Ja. Bei 0 % Zins rechnet der Rechner ohne Zinsformel: Das Endkapital entspricht exakt der eingezahlten Summe (Anfangskapital plus Sparrate mal Monate). Das ist nützlich als Vergleichsbasis — du siehst sofort, welcher Anteil deines Endkapitals aus Zinsen stammt und welcher aus deinen eigenen Einzahlungen.
Sind Steuern und Inflation im Ergebnis enthalten?
Nein. Das Ergebnis ist der Bruttowert vor Abzügen. In Deutschland fallen auf Kapitalerträge 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an (abzüglich 1.000 € Sparer-Pauschbetrag pro Person). Und die Inflation nagt an der Kaufkraft: Bei 2 % Inflation pro Jahr sind 31.817 € in 10 Jahren real nur noch etwa 26.100 € wert. Rechne für die echte Planung beides ein.
Wie lange dauert es, bis sich mein Geld verdoppelt?
Faustregel: 72 geteilt durch den Zinssatz. Bei 5 % dauert die Verdopplung etwa 14,4 Jahre, bei 3 % rund 24 Jahre, bei 8 % nur 9 Jahre. Die 72er-Regel funktioniert, weil sie die Exponentialfunktion des Zinseszinses erstaunlich gut nähert — für Zinssätze zwischen 2 und 12 % liegt sie meist unter einem Jahr daneben.
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