Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2026
Festgeld-Rechner 2026
Festgeldzinsen berechnen – mit Steuer, Zinseszins-Vergleich und Realzins nach Inflation.
Mit dem Festgeld-Rechner berechnest du, was deine Festgeldanlage wirklich bringt – brutto wie netto. Du gibst Anlagebetrag, Zinssatz und Laufzeit ein und wählst, ob die Zinsen angesammelt oder ausgezahlt werden. Der Rechner zieht automatisch die Abgeltungsteuer von 26,375 % ab, berücksichtigt deinen Sparer-Pauschbetrag und zeigt den Zinseszins-Vorteil sowie den Realzins nach Inflation. So siehst du auf einen Blick, ob sich das Angebot deiner Bank nach Steuern und Teuerung überhaupt lohnt – kostenlos und ohne Anmeldung.
So verwendest du diesen Rechner
Gib zunächst deine Werte in die Felder Anlagebetrag, Zinssatz p. a., Laufzeit, Exakte Anlagetage (optional), Zinsverwendung, Versteuerung der Zinsen, Zinstagmethode, Sparer-Pauschbetrag, Kirchensteuer, Inflationsrate p. a. ein. Prüfe Einheiten und Zahlenformat im deutschen Stil. Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert und kann zusätzlich über die Schaltfläche berechnet werden. Nutze die Ausgabe als Orientierung und vergleiche sie bei Bedarf mit weiteren Quellen.
So funktioniert der Festgeld-Rechner
- Anlagebetrag eingeben – zum Beispiel 10.000 €.
- Zinssatz p. a. eintragen, den deine Bank garantiert – etwa 3,25 %.
- Laufzeit in Monaten wählen, zum Beispiel 12.
- Exakte Anlagetage (optional) nur ausfüllen, wenn du bei Laufzeiten unter 12 Monaten mit Zinsauszahlung die echten Kalendertage kennst.
- Zinsverwendung wählen: „Zinsen ansammeln (Zinseszins)" oder „Zinsen auszahlen (einfache Zinsen)".
- Versteuerung der Zinsen festlegen: jährlich, erst am Laufzeitende oder keine Steuer für eine reine Modellrechnung.
- Zinstagmethode wählen: 30/360 (Bankenstandard) oder act/365 (taggenau).
- Sparer-Pauschbetrag eintragen – also die Höhe deines Freistellungsauftrags (1.000 € alleinstehend, 2.000 € bei Zusammenveranlagung).
- Kirchensteuer angeben, falls du kirchensteuerpflichtig bist.
- Inflationsrate p. a. prüfen – voreingestellt sind 3,3 % (Destatis, September 2026).
Der Rechner zeigt dir sofort den Zinsertrag brutto und netto, die Steuerlast, den Effektivzins und den Realzins nach Inflation – plus zwei Vergleiche: Ansammeln gegen Auszahlen und jährliche gegen endfällige Versteuerung.
Durchgerechnetes Beispiel
Jonas, 34, aus Leipzig legt 10.000 € für 12 Monate zu 3,25 % p. a. fest an. Er lässt sich die Zinsen auszahlen, hat keinen Freistellungsauftrag erteilt und ist nicht kirchensteuerpflichtig. Versteuerung: endfällig. Das rechnet der Festgeld-Rechner so:
- Zinsertrag brutto: 10.000 € × 3,25 % × 12/12 = 325,00 €
- Effektiver Steuersatz: 25 % Abgeltungsteuer + 5,5 % Solidaritätszuschlag = 26,375 %
- Steuer auf die Zinsen: 325,00 € × 26,375 % = 85,72 €
- Zinsertrag netto: 325,00 € − 85,72 € = 239,28 €
- Endkapital: 10.000 € + 239,28 € = 10.239,28 €
- Effektivzins netto: 2,3928 % p. a.
- Realzins bei 3,3 % Inflation: (1,023928 ÷ 1,033) − 1 = −0,8782 % p. a.
Trotz 3,25 % Nominalzins verliert Jonas' Geld also Kaufkraft – die Kombination aus Steuer und der aktuell hohen Inflation frisst den Zins komplett auf. Genau dafür gibt es das Realzins-Modul.
Lohnt sich Zinsansammlung oder Zinsauszahlung?
Bei Laufzeiten bis 12 Monate ist es egal – die Zinsen werden ohnehin erst am Ende gutgeschrieben. Ab zwei Jahren Laufzeit gewinnt die Zinsansammlung durch den Zinseszins. Ein Beispiel ohne Steuern: 10.000 € zu 3,20 % p. a. über 36 Monate bringen angesammelt 991,05 € Zinsen (10.000 € × 1,032³ − 10.000 €), ausgezahlt nur 960,00 € (10.000 € × 3,20 % × 3). Der Zinseszins-Vorteil beträgt 31,05 € – der Rechner zeigt dir dieses Delta für deine eigenen Werte im Feld „Zinseszins-Vorteil (Ansammeln vs. Auszahlen)". Voraussetzung ist, dass deine Bank die Zinsen tatsächlich jährlich gutschreibt und mitverzinst; frag im Zweifel nach der Zinsgutschrift. Zum Vergleich mit flexibleren Anlageformen hilft der Tagesgeld-Zinsrechner, den reinen Effekt erklärt der Zinseszins-Rechner.
Wann werden Festgeldzinsen versteuert – jährlich oder erst am Laufzeitende?
Bei einjährigem Festgeld fällt die Steuer mit der Zinsgutschrift an. Bei mehrjährigen Anlagen mit Zinsansammlung versteuern viele Banken erst am Laufzeitende – und das ist für dich günstiger: Die jährliche Steuer würde die Basis des Zinseszinses schmälern. Durchgerechnet: 20.000 € zu 3,5 % p. a. über 36 Monate, Zinsansammlung, ohne Freistellungsauftrag. Endfällige Versteuerung: 2.174,36 € Bruttozinsen, 573,49 € Steuer, 1.600,87 € netto. Jährliche Versteuerung: nur 1.586,31 € netto – ein Minus von 14,56 €, weil die Steuer jedes Jahr einen Teil des Zinseszinses kostet. Mit 1.000 € Freistellungsauftrag schrumpft der Unterschied fast auf null (1.864,62 € zu 1.865,02 €). Details zur Steuerberechnung liefert der Abgeltungsteuer-Rechner.
Warum zeigt der Rechner einen negativen Realzins?
Weil der Nominalzins nicht das ist, was am Ende zählt. Von deinen Bruttozinsen gehen zuerst 26,375 % Abgeltungsteuer inklusive Solidaritätszuschlag ab (soweit sie deinen Sparer-Pauschbetrag übersteigen), danach frisst die Inflation die Kaufkraft des Rests. Die Inflationsrate lag im September 2026 bei 3,3 % (Destatis, Pressemitteilung Nr. 364 vom 13. Oktober 2026 – Jahreshöchststand, getrieben von Energiepreisen). Beispiel: 3,25 % Nominalzins werden nach 26,375 % Steuer zu 2,3928 % netto – und nach 3,3 % Inflation zu −0,8782 % Realzins. Dein Geld auf dem Festgeldkonto wird also real weniger wert, obwohl nominal Zinsen fließen. Den Kaufkraft-Effekt über lange Zeiträume zeigt der Inflations-Rechner. Wer regelmäßig spart statt einmalig anzulegen, vergleicht mit dem Sparplan-Rechner.
Formel
Zinsertrag (Auszahlung) = K × p × Zeitanteil
Zinsertrag (Ansammeln) = K × (1 + p)^n − K
Steuer = max(0, Zinsertrag − Freibetrag) × τ
Realzins = (1 + r_netto) ÷ (1 + Inflation) − 1
- K = Anlagebetrag in Euro (Feld „Anlagebetrag")
- p = Zinssatz p. a. als Dezimalzahl, z. B. 0,0325 (Feld „Zinssatz p. a.")
- n = Laufzeit in Jahren = Laufzeit in Monaten ÷ 12 (Feld „Laufzeit")
- Zeitanteil = Monate ÷ 12; bei exakten Anlagetagen: Tage ÷ 360 (30/360) bzw. Tage ÷ 365 (act/365)
- Freibetrag = Sparer-Pauschbetrag aus deinem Freistellungsauftrag (Feld „Sparer-Pauschbetrag")
- τ = effektiver Steuersatz: 26,375 % ohne Kirchensteuer; mit Kirchensteuer nach der amtlichen Formel des § 32d EStG (27,8186 % bei 8 %, 27,9951 % bei 9 %)
- r_netto = Netto-Effektivzins p. a. nach Steuern
Prozentrechnen-Grundlagen – etwa „wie viel sind 26,375 % von 325 €?" – erklärt der Prozentrechner.
So ist dieser Rechner entstanden
Dieser Rechner ist entstanden, weil gängige Festgeldrechner den Realzins nach Steuern und Inflation verschweigen – obwohl erst diese Zahl zeigt, ob eine Anlage die Kaufkraft erhält. Alle Formeln wurden gegen sieben durchgerechnete Testfälle geprüft, darunter der amtliche Abgeltungsteuer-Satz nach § 32d EStG und die Destatis-Inflation vom September 2026.
Häufig gestellte Fragen
Wie berechne ich die Zinsen für 10.000 € Festgeld?
10.000 € zu 3,25 % p. a. für 12 Monate bringen 325,00 € Zinsen brutto (10.000 × 0,0325). Ohne Freistellungsauftrag gehen 26,375 % Abgeltungsteuer inklusive Solidaritätszuschlag ab: 85,72 €. Netto bleiben 239,28 €, das Endkapital beträgt 10.239,28 €. Mit einem Freistellungsauftrag über mindestens 325 € wären die Zinsen komplett steuerfrei – bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (2.000 € bei Zusammenveranlagung).
Lohnt sich die Zinsansammlung bei 3 Jahren Laufzeit?
Ja, sobald die Bank die Zinsen jährlich gutschreibt und mitverzinst: 10.000 € zu 3,20 % p. a. über 36 Monate ergeben angesammelt 991,05 € Zinsen (10.000 × 1,032³ − 10.000), ausgezahlt nur 960,00 € (10.000 × 0,032 × 3). Der Zinseszins-Vorteil beträgt 31,05 €. Bei 12 Monaten Laufzeit gibt es keinen Unterschied, weil die Zinsen ohnehin erst am Ende fließen.
Was kostet mich die jährliche Versteuerung gegenüber der endfälligen?
Bei 20.000 € zu 3,5 % p. a. über 36 Monate mit Zinsansammlung und ohne Freistellungsauftrag: Endfällig versteuert bleiben 1.600,87 € Zinsertrag netto (2.174,36 € brutto minus 573,49 € Steuer), jährlich versteuert nur 1.586,31 € – die jährliche Steuer kostet also 14,56 € Zinseszins. Mit 1.000 € Freibetrag verschwindet der Unterschied fast vollständig (1.864,62 € zu 1.865,02 €).
Was ist der Unterschied zwischen 30/360 und act/365?
30/360 rechnet jeden Monat pauschal mit 30 Tagen – das ist der Bankenstandard in Deutschland. Act/365 zählt die echten Kalendertage. Beispiel: 10.000 € zu 3,00 % über 182 echte Tage bringen nach 30/360 genau 151,67 € (182 ÷ 360), nach act/365 nur 149,59 € (182 ÷ 365) – ein Delta von 2,08 €. Bei glatten Monatslaufzeiten ohne Tagangabe rechnen beide Methoden identisch.
Warum ist mein Realzins negativ, obwohl ich 3 % Zinsen bekomme?
Weil Steuern und Inflation abgehen: 3,25 % Nominalzins werden nach 26,375 % Abgeltungsteuer zu 2,3928 % netto. Bei 3,3 % Inflation (Destatis, September 2026) ergibt das einen Realzins von −0,8782 % – dein Geld verliert also Kaufkraft, obwohl nominal Zinsen fließen. Der Rechner zeigt den Realzins für deine Werte im gleichnamigen Feld, inklusive Ampel-Bewertung.
Muss ich Festgeldzinsen in der Steuererklärung angeben?
In der Regel nicht: Die Bank führt die Abgeltungsteuer automatisch ab, soweit kein (ausreichender) Freistellungsauftrag vorliegt. Hast du einen Freistellungsauftrag in Höhe deiner Zinserträge erteilt, bleibt alles steuerfrei – bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (2.000 € bei Zusammenveranlagung). Nur bei Auslandsbanken ohne deutschen Steuerabzug musst du die Zinsen selbst in der Anlage KAP deiner Steuererklärung angeben.
Was passiert mit meinem Festgeld am Laufzeitende?
Viele Banken verlängern (prolongieren) das Festgeld automatisch zu den dann gültigen – meist schlechteren – Konditionen, wenn du nicht rechtzeitig kündigst. Prüfe deshalb kurz vor Ablauf die aktuellen Angebote und widersprich der Prolongation schriftlich, wenn du das Geld anders anlegen oder abziehen willst.
Ist mein Geld auf dem Festgeldkonto sicher?
Ja: Die gesetzliche Einlagensicherung schützt 100.000 € pro Einleger und Bank (EinSiG, EU-weit harmonisiert). Beträge darüber solltest du auf mehrere Banken verteilen. Der Zinssatz ist für die gesamte Laufzeit garantiert – anders als beim Tagesgeld kann er während der Anlage nicht sinken.
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