Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
U-Wert Rechner: Wärmedurchgang berechnen
U-Wert berechnen: Wärmedurchgang von Wand, Dach oder Decke aus deinen Schichten ermitteln.
Basierend auf 4 Quellen
Der U-Wert verrät, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht – je kleiner, desto besser die Dämmung. Dieser U-Wert-Rechner baut deine Wand, dein Dach oder deine Decke Schicht für Schicht nach: Du trägst Dicke und Wärmeleitfähigkeit jeder Schicht ein, der Rechner summiert die Wärmewiderstände und liefert den U-Wert in W/(m²K). Dazu prüft er automatisch die GEG-Grenze für Außenwände und schätzt deinen Jahreswärmeverlust. So weißt du vor jeder Sanierung, wo deine Gebäudehülle steht.
So verwendest du diesen Rechner
Gib zunächst deine Werte in die Felder Bauteiltyp, Anzahl der Schichten, Innerer Oberflächenwiderstand (Rsi), Äußerer Oberflächenwiderstand (Rse), Schicht 1: Dicke, Schicht 1: Wärmeleitfähigkeit (λ), Schicht 2: Dicke, Schicht 2: Wärmeleitfähigkeit (λ), Schicht 3: Dicke, Schicht 3: Wärmeleitfähigkeit (λ), Schicht 4: Dicke, Schicht 4: Wärmeleitfähigkeit (λ) ein. Prüfe Einheiten und Zahlenformat im deutschen Stil. Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert und kann zusätzlich über die Schaltfläche berechnet werden. Nutze die Ausgabe als Orientierung und vergleiche sie bei Bedarf mit weiteren Quellen.
So funktioniert der U-Wert-Rechner
- Bauteiltyp wählen (Wand, Dach oder Decke) und Anzahl der Schichten festlegen.
- Pro Schicht Dicke (in cm) und Wärmeleitfähigkeit (λ) (in W/(m·K)) eintragen — λ-Werte stehen in den Datenblättern der Baustoffe.
- Innerer Oberflächenwiderstand (Rsi) und Äußerer Oberflächenwiderstand (Rse) prüfen — die Standardwerte 0,13 und 0,04 passen für Wände.
- Der Rechner zeigt Wärmewiderstand pro Schicht, Gesamtwärmewiderstand, den U-Wert, den GEG-Check, den Wärmeverlust und den geschätzten Jahreswärmeverlust.
Durchgerechnetes Beispiel: Eine 38-jährige Hausbesitzerin aus Kassel plant die Fassadendämmung ihres Altbaus. Ihre Außenwand (von innen nach außen): 1,5 cm Innenputz (λ 0,25), 12 cm Dämmung (λ 0,04), 25 cm Mauerwerk (λ 0,6), 2 cm Außenputz (λ 0,8).
- R1 (Innenputz): 0,015 ÷ 0,25 = 0,060 m²K/W
- R2 (Dämmung): 0,12 ÷ 0,04 = 3,000 m²K/W
- R3 (Mauerwerk): 0,25 ÷ 0,6 = 0,417 m²K/W
- R4 (Außenputz): 0,02 ÷ 0,8 = 0,025 m²K/W
- Gesamtwiderstand: 0,13 + 0,060 + 3,000 + 0,417 + 0,025 + 0,04 = 3,6717 m²K/W
- U-Wert: 1 ÷ 3,6717 = 0,2724 W/(m²K)
Der GEG-Check meldet: nicht konform — die Grenze für Außenwände liegt bei 0,24 W/(m²K). Mit 14 statt 12 cm Dämmung sinkt der U-Wert auf 0,2397 — und die Wand besteht den Check. Genau solche Entscheidungen trifft man mit diesem Rechner in Minuten statt aus dem Bauch.
Was sagt der U-Wert über meine Dämmung aus?
Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) misst, wie viel Watt pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturdifferenz durch ein Bauteil fließen. Eine ungedämmte Altbauwand liegt oft bei 1,0 bis 1,5 W/(m²K), eine gut gedämmte Neubauwand bei 0,15 bis 0,20. Der Rechner übersetzt den abstrakten Wert in etwas Greifbares: Bei 20 Kelvin Temperaturdifferenz (z. B. 20 °C innen, 0 °C außen) verliert unsere Beispielwand 5,45 Watt pro Quadratmeter — hochgerechnet auf 10 m² Wandfläche und 3.000 Heizstunden im Jahr sind das rund 163 kWh, also etwa 16 bis 20 Euro Heizkosten pro Jahr allein für dieses Stück Wand.
Welche U-Werte verlangt das GEG?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) setzt Höchstwerte für den Wärmedurchgang — relevant vor allem bei Sanierung und Neubau. Für erneuerte Außenwände gilt im Bestand ein Höchst-U-Wert von 0,24 W/(m²K), für Dachflächen und oberste Geschossdecken ebenfalls 0,24 (bei Abdichtung 0,20). Der Rechner prüft deine Wand automatisch gegen die 0,24er-Grenze. Wichtig: Das sind Mindeststandards für einzelne Bauteile bei Erneuerung — wer einen Effizienzhaus-Standard oder eine Förderung (KfW, BAFA) anstrebt, braucht meist deutlich bessere Werte um 0,15 W/(m²K) und darunter.
Formel
R_Schicht = Dicke (m) / λ
R_gesamt = Rsi + R1 + R2 + R3 + R4 + Rse
U-Wert = 1 / R_gesamt [in W/(m²K)]
Wärmeverlust = U-Wert × ΔT [in W/m²]
- λ (Lambda): Wärmeleitfähigkeit des Materials — Dämmstoffe liegen bei 0,03–0,045, Mauerwerk bei 0,5–1,0, Beton bei 2,0 W/(m·K).
- Rsi / Rse: Wärmeübergangswiderstände an den Oberflächen — je nach Bauteil und Richtung des Wärmestroms genormt (Wand: 0,13 / 0,04).
- Der Rechner rechnet deine cm-Angaben automatisch in Meter um.
So ist dieser Rechner entstanden
Dieser Rechner ist entstanden, weil bei fast jeder Sanierungsberatung dieselbe Frage fällt: „Reicht meine Dämmung eigentlich?“ Die Antwort steckt in einer simplen Kehrwert-Formel, aber niemand rechnet vier Schichten plus Übergangswiderstände im Kopf. Wir wollten ein Werkzeug, das Baustoff-Datenblätter direkt in eine ehrliche Zahl übersetzt — inklusive dem Moment, in dem der GEG-Check rot wird und man weiß: Hier müssen zwei Zentimeter mehr Dämmung drauf.
Häufig gestellte Fragen
Wie berechne ich den U-Wert meiner Außenwand? (Beispiel)
Jede Schicht: Dicke in Metern ÷ λ, alles plus Rsi/Rse summieren, Kehrwert bilden. Beispiel: 1,5 cm Putz (λ 0,25) + 12 cm Dämmung (λ 0,04) + 25 cm Mauerwerk (λ 0,6) + 2 cm Putz (λ 0,8) → R_gesamt 3,6717 → U = 0,2724 W/(m²K). Im Rechner einfach die vier Schichten eintragen.
Welchen U-Wert muss eine Außenwand nach GEG einhalten?
Bei Erneuerung von Außenbauteilen im Bestand gilt ein Höchstwert von 0,24 W/(m²K) für Außenwände sowie für Dachflächen und oberste Geschossdecken. Der Rechner prüft deine Wand automatisch gegen diese Grenze.
Was bedeuten Rsi und Rse?
Das sind die Wärmeübergangswiderstände an der inneren (Rsi) und äußeren (Rse) Bauteiloberfläche — der Wärmestrom muss erst die Grenzschicht Luft/Bauteil überwinden. Für Wände gelten die Normwerte 0,13 und 0,04 m²K/W; bei Dach oder Kellerdecke weichen sie ab.
Wo finde ich den λ-Wert meines Baustoffs?
In den technischen Datenblättern der Hersteller und in der DIN 4108-4. Typische Werte: Mineralwolle/EPS 0,035–0,04, Holz 0,13, Ziegelmauerwerk 0,5–0,8, Stahlbeton 2,0 W/(m·K). Je kleiner λ, desto besser dämmt das Material.
Wie viel Heizkosten spart ein besserer U-Wert?
Der Rechner schätzt den Jahreswärmeverlust (bei 20 K Differenz, 10 m², 3.000 Heizstunden). Unsere Beispielwand: 0,2724 W/(m²K) → ca. 163 kWh/a. Mit 14 cm Dämmung (U 0,2397) wären es nur noch ca. 144 kWh/a — rund 12 % weniger.
Gilt der GEG-Check auch für Neubauten?
Der eingebaute Check prüft die 0,24er-Grenze für erneuerte Außenbauteile im Bestand. Für Neubauten gelten die Referenzwerte der Anlage 1 GEG im Rahmen der Gesamtbilanz (Jahres-Primärenergiebedarf) — dafür ist eine vollständige Energieberatung nötig, kein Bauteilrechner.
Warum berücksichtigt der Rechner keine Wärmebrücken?
Wärmebrücken (z. B. Balkonplatten, Fensterlaibungen) hängen von der konkreten Konstruktion ab und lassen sich nicht aus Schichtdicken allein ableiten. Der berechnete U-Wert gilt für die ungestörte Fläche — in der Praxis liegt der effektive Wert etwas höher.
Quellen
- DIN EN ISO 6946: Bauteile – Wärmedurchlasswiderstand und Wärmedurchgangskoeffizient
- Gebäudeenergiegesetz (GEG) Deutschland – Anforderungen an Außenbauteile
- KfW-Förderstandards für energetische Sanierung
- Baustoffdatenblätter und Herstellerangaben für Wärmeleitfähigkeitswerte
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